Liebe Leser*innen
wird der Begriff "der Staat" fast ausschließlich im Zusammenhang mit Institutionen, Ämtern und Behörden verwendet oder im Bezug auf die Politik.
Die Frau Mama ist die erste Verbindung, die ein werdendes menschliches Wesen knüpft. Sie ist der Nabel, der zeitlich begrenzten Umgebung, welche die existenzielle Grundlage bietet, bis zur vollständigen Reifezeit. Das Ungeborene ist in allen Belangen von ihren Verhaltensentscheidungen abhängig.
Der Herr Papa wirkt, endlich dem Wartemodus entkommen, im Idealfall mit großer Hingabe, an der Gestaltung von Recht und Ordnung mit.
Für ein Säugling sind die ersten prägenden Vorsitzenden, die er als Legislative, Judikative und Exekutive kennenlernt, die Eltern. An deren Schritten wird sich orientiert, nach deren Schritten wird getanzt und nachgeahmt.
Eine Wahl gab es keine - auch noch undemokratisch.
Die einzige Aufgabe, die ein Neugeborenes hat, ist zu wachsen.
Zumeist liegt es an der Kinderstube, ob eine sozialverträgliche Persönlichkeit heranwächst.
Geschwister,
es sei denn, die Eltern haben die Ein-Kind-Politik beschlossen, üben einen direkten Einfluss aus. Das Augenmerk sollte sich auf die Konstellation richten.
Oma und Opa mischen bekanntlich, wenn es um die Gesetzgebung geht, sehr gerne mit.
Onkel und Tanten melden Schaulust an und geben entgegenkommenderweise Erziehungstipps, selbst wenn sie kinderlos sind.
Cousins und Cousinen dienen als beliebte Testobjekte für Grenzübertretungen.
Während die Verwandtschaft fix gegeben ist, spielt im Weiteren die Kontaktfreude der Eltern eine Rolle.
Die Nachbarschaft zählt ebenfalls zu den prägenden Erfahrungen. Dazu gehört auch die Wohnsituation.
Der Kindergarten stellt die erste Übergabe des Kindes an den "Staat" dar. Das Sagen haben hier staatlich anerkannte Erziehungsbeauftragte, welche die Politik der Erziehungsberechtigten pädagogisch ergänzen, indem sie bestätigend oder korrigierend eingreifen. Der Aufenthalt des Nachwuchses kann, in einer professionellen Einrichtung wie dieser, von den Laienbetreuern zu Hause, frei(willig) in Anspruch genommen werden.
Sechs bis sieben Jahre Später folgt die Pflichtkür. Das "Ernst-des-Lebens-Alter" startet.
Die Schule nimmt, wenn alles glatt läuft, neun bis dreizehn Jahre in Anspruch. Unterschieden wird zwischen Grundschule, je nach Wohnsitz vier bis sechs Jahre, und weiterführende Schule.
Hier bestimmen staatlich anerkannte Fachkräfte. Sie wechseln von stündlich bis von Jahr zu Jahr.
Nun wird gelernt, dass weder die Eltern noch die professionell studierte Belegschaft die Regierung bilden, sondern nur Funktionäre von Auserwählen darstellen.
Während das Hirn, in einer auf Leistung getrimmten Pflichtinstitution, auf das Leben trainiert wird, beginnen die Anzeichen zur Vorbereitung auf Herzens-, verbunden mit Fortpflanzungsangelegenheiten. Die Pubertät setzt ein. Im Laufe dieser Phase beginnt die Erkenntnis.
Die Berufungsausbildung ist ein weiterer Wechsel der Exekutive im Werdegang. Lehre oder Studium darf selbstbestimmt gewählt werden.
Für Studierende bedeutet das den Umgang mit staatlich anerkanntem Fachpersonal.
Für Lehrlinge kommen noch professionell qualifizierte Ausbilder bzw. Unternehmer hinzu.
Die Möglichkeit besteht auf Ausbildung und Studium zu verzichten und sofort "arbeiten zu gehen" oder "selbstständig", als eigene*r Cheff*in ein Unternehmen zu führen.
Sobald die Orientierung abgeschlossen ist, alle erforderlichen beruflichen Qualifikationen erworben wurden und dadurch eine gesicherte Lebensgrundlage geschaffen wurde, ist die Zeit gekommen, um ernsthaft darüber zu sinnen, den Kreislauf der Arterhaltung fortzuführen. Freiwillig versteht sich.
Wer bis hierhin der Liebe des Lebens begegnet ist, lege sofort los.
Sollte bis dato die Berufsorientierung noch nicht abgeschlossen sein oder es sind alle Wunschplätze vergeben ... Welche Wahl bleibt dann? Der Traum vom Ponyhof wird verschoben
Sich an den Staat zu wenden, damit er für den Lebensunterhalt aufkommt, ist nicht verboten.
Ein zu gering- oder gar unbezahltes Engagement kommt jedoch nur infrage, wenn die Existenz anderweitig gesichert ist.
Und sei die nicht anerkannte Tätigkeit noch so sinnvoll, ein erwachsener Erdling hat sich am Zahlen, an den Minztopf, zu beteiligen. Er ist schließlich kein Säugling mehr.
Mit solidarischen Grüßen
Eure Jane
dass ihr vorbeigeschaut habt :-)
© Jane Winkler > 1a sozial <> Oktober 2018 | Letzte Aktualisierung: 3. Juni 2024 | Impressum - Datenschutzerklärung